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Legendäre Wikinger

An dieser Stelle, möchte ich einige besondere Persönlichkeiten unter den Wikingern vergangener Tager vorstellen, die ihre, und unsere, Welt geprägt haben wie niemand sonst zu ihrer Zeit. Einige dieser Männer haben Europa bis heute ihren Stempel aufgedrückt, wie Rollo, dem König Karl von Frankreich 911 das, von ihm sowieso beherrschte, Land an der französischen Kanalküste als Lehen überließ. Rollo heiratete daraufhinn Karls Tochter und ließ sich taufen. Noch heute heißt dieser Landstrich Normandie, Land der Normannen.
 

Eirìk (Erik) der Rote
Erik der Rote (um 950 bis ca. 1001), norwegischer Wikinger und Entdecker Grönlands. Sein zweiter Sohn, Leif Eriksson, soll einer der ersten Europäer gewesen sein, die Nordamerika erreichten. Wegen der Farbe seines Haupthaares der Rote genannt, war sein Familienname eigentlich Thorvaldsson
Erik scheint ein notorischer Totschläger gewesen zu sein, der zuerst in Norwegen und dann zweimal in Island geächtet wurde. 982 mußte er Island verlassen als ihm der Boden mal wieder zu heiß unter den Füßen wurde. Da er auch in Norwegen geächtet war und Irland nach der verlorenen Schlacht von Tara ebenfalls kein lohnendes Ziel für Skandinavier war beschloss er das Land zu erforschen, das Gunnbjörn Úlf Krakasson 50 Jahre zuvor gesichtet hatte. Erik erreichte die Insel und nannte sie Grönland (Grünland). 986 begann er, sie zu kolonisieren. Da die Ostküste Grönlands unter einer Eisdecke lag, umsegelte er das heutige Kap Farewell im Süden Grönlands und gründete eine Siedlung namens Brattahlid. Weitere Siedlungen entstanden beim heutigen Nuuk (Godthåb) und an der Westküste. Eine Verletzung verhinderte Eriks Teilnahme an der Erkundungsreise seines Sohnes Leif, die diesen schließlich nach Vinland an der nordamerikanischen Küste führte (um 1001).
 

Leif Eriksson
Leif Eriksson(um 975 bis ca. 1020), norwegischer Seefahrer, einer der ersten Europäer, die Amerika entdeckten. Er war der zweite Sohn von Erik dem Roten, der um 986 die erste europäische Siedlung in Grönland errichtete, nachdem er aus Island vertrieben worden war. Kurz vor dem Jahr 1000 fuhr Eriksson von Grönland aus, wo er mit seinem Vater lebte, in seine Heimat nach Norwegen. Dort war einer Überlieferung zufolge König OlafI. verantwortlich für Leifs Bekehrung zum Christentum. Später sandte Olaf ihn zurück nach Grönland, um die dort siedelnden Wikinger zum christlichen Glauben zu bekehren. Auf seiner Fahrt in Richtung Westen verlor Leif vermutlich aufgrund eines Sturmes die Orientierung und landete zufällig an der nordamerikanischen Küste in Labrador. Vielfach gilt Eriksson daher als erster europäischer Entdecker Amerikas. Nach einer anderen Quelle wird jedoch berichtet, dass ein isländischer Händler namens Bjarni Herjólfsson als erster Europäer schon im Jahr 986 Nordamerika sichtete. Leif kaufte Bjarnis Schiff und ließ sich dessen Reiseroute beschreiben, die er später nachfuhr. Während der Segelfahrt passierte er Helluland (vielleicht die Baffin-Insel), Markland (vielleicht Labrador) und schließlich Vinland. Die genaue Identität von Vinland bleibt umstritten: Nach Meinung einiger Experten handelt es sich dabei um Neufundland, nach anderen um Nova Scotia oder sogar um Neuengland. 1963 fanden Archäologen die Ruinen einer Wikingersiedlung in L'Anse-aux-Meadows (im Norden Neufundlands), die derjenigen in Leifs Beschreibung von Vinland entspricht und etwa auf 1000 datiert wird. Bei seiner Rückreise nach Grönland stieß Leif auf ein schiffbrüchiges Handelsschiff, dessen Mannschaft er rettete; dafür erhielt er die gesamte reiche Ladung und den Spitznamen Leif der Glückliche. In Grönland angekommen, verbreitete er das Christentum unter den Siedlern. Er bekehrte u.a. seine Mutter Thjódhild, von der es heißt, sie habe die erste christliche Kirche Grönlands in Brattahlid errichtet. Seinem Bruder Thorwald lieh Leif sein Schiff zur weiteren Erforschung Vinlands. Dort wurde dieser einigen Sagen zufolge von Indianern im Winter 1004/05 getötet
 

Svein Gabelbart
Bereits ab 860 haben immer wieder große norwegische und dänische Heere große Teile von Ostengland zu erobern versucht. In der folge entstand, das fast ganz Ostengland umfassene, Danelag, ein skandinavisches Königreich auf englischem Boden. 954 kam der, vorerst letzte, Wikingerkönig in England, Erik Blutaxt, in der Schlacht von Stainmoor ums Leben. Danach konzentrierten sich die Raubzüge der Wikinger mehr auf den Westen Englands anstatt das skandinavisch besiedelte Ostengland.
Ab 980 verstärkten sich die Angriffe der Wikinger wieder. Besonders taten sich der Norweger Olaf Tryggvason und der Däne Svein Gabelbart hervor. Die beiden skandinavischen Herrscher spekulierten auf die Schwäche des ungeliebten englischen Königs Ethelred.
992 zahlt Ethelred in seiner Not die ungeheure Summe von 22000 Pfund Silber, und 994 nocheinmal 16000 Pfund. Darauf zerbricht die skandinavische Allianz, und Tryggvason kehrt nach Norwegen zurück. Svein konzentriert seine massiven Angriffe daraufhinn auf Wessex, und erhält 1001 ein Danegild von 24000 Pfund Silber (!!!), worauf die Angriffe abebben. Im folgenden Jahren begeht Ethelred unter der skandinavischen Bevölkerung des Danelag ein Massaker. Svein überzieht England in den Jahren 1003 - 1007 mit einem beispiellosen Rachefeldzug, bis Ethelred weitere 36000 Pfund Silber zahlen muß. 1009 - 1012 folgt der nächste dänische Ansturm, der 1012 in dem  Rekordlösegeld von 48000 Pfund gipfelt, und England reif für die Übernahme macht. Englands Staatskassen sind vollkommen geleert, das Land ausgeblutet, Ethelred dem Volk verhasst. 1013 erhebt sich die Bevölkerung des Danelags, und Weihnachten 1013 wird Svein Gabelbart, König von Dänemark, König von England. Am 03.02.1014 stirbt er in England. Die endgültige und vollständige Unterwerfung des Landes bleibt seinem Sohn Knut 1015 vorbehalten.
 

Knut der Große
Knut, Sohn von Svein Gabelbart, wird nach dem Tod seines Vaters im Februar 1014 König von England. Den Thron von Dänemark muß er seinem Bruder Harald überlassen. Knut zieht mit dem dänischen Heer nach Westengland und unterwirft den letzten Wiederstand, während seine Flotte den Norden des Reiches, bis zur schottischen Grenze, sichert.
Bis 1018 regiert Knut England als kluger Politiker und weiser Staatsmann. Besondere Freunde findet Knut, ein großer Förderer der christlichen Kirche, im Klerus.
1018 stirbt Harald, und Knut wird König von Dänemark. Um 1020 herum marschiert er in Norwegen ein. 1028 endlich besiegt er nach erbittertem Krieg die Norweger, und erobert Teile von Schweden.
Knut der Große ist damit "Rex totius Angliae et Dennemarchiae et Norregiae et partis Suavorum", und somit der mächtigste Mann Europas und mächtigster skandinavischer Herrscher in der Geschichte.
Nach seinem Tod am 12 November 1033 wurde Knut wie ein Heiliger verehrt.
 

Björn Eisenseite
860 überwintert Björn Eisenseite, nach einer Raubfahrt auf der Seine, auf der Insel Oissel. Karl der Kahle wagt es nicht die marodierenden Dänen selber anzugreifen und heuert für 5000 Pfund Silber den Wikinger Völundr an, der Björn, statt ihn anzugreifen, für 6000 Pfund ziehen lässt. Statt sich nach Dänemark zurück zu ziehen bricht Björn zur denkwürdigsten Wikingerraubfahrt aller Zeiten auf. Statt nach Norden zu segeln bricht er nach Süden auf. Mit 62 Schiffen fährt er die spanische Küste hinnab, und dringt in die Mündung des Guadalquivir ein, und segelt den Fluß hinauf. Er dringt bis Sevilla vor und plündert die Stadt. Danach jedoch holen sich die Dänen gegen die erbosten Mauren eine blutige Nase und segeln den Fluß wieder hinab. Als nächstes queren sie die Meerenge von Gibraltar und plündern Algeciras. Danach kehren sie Spanien und den erzürnten Mauren den Rücken und segeln nach Süden zur afrikanischen Küste, plündern und nehmen schwarze Sklaven. Dann geht’s wieder nach Norden, wo Murcia verheert wird. Zur Abwechslung suchen die Dänen als nächstes die Balearen heim und plündern sie. Auf einer Insel vor der Camargue wird Winterquartier bezogen. Obwohl die Schiffe bereits überladen sind plündert Björn Südfrankreich bis Arles und Nímes, und lässt es sich nicht nehmen auch Valences einen seiner typisch blutigen Kurzbesuche abzustatten. Im Frühling setzt er Segel und wendet sich Italien zu, wo ersteinmal Pisa geplündert wird. Nächster Halt ist Luna. Den fränkischen Geschichtsschreibern zufolge, die hier wohl in Verachtung der intellektuellen Fähigkeiten der Wikinger die Wahrheit umdichteten, soll Björn die Stadt für Rom gehalten zu haben. Eine Geschichte die mittlerweile ins Legendenreich verwiesen wurde. 862 geraten die Wikinger in der Merenge von Gibraltar nocheinmal mit der, damals stärksten Seemacht des Mittelmeeres, den Mauren aneinander, entkommen jedoch in den Atlantik. Auf dem Weg nach Hause wird noch eben Pamplona geplündert und niedergebrannt, bevor die, mit Reichtümern überladene, Flotte Ende des Jahres wieder die Loire erreicht. Umgeben von einer Aura des Ruhms werden Björn und seine Männer in Dänemark wie Helden gefeiert.
 

Thurgeis u.a. (Krieg um Irland)
Nirgendwo sonst in Europa trafen die Wikinger bei ihren Raubzügen auf so entschloßenden Wiederstand
wie in Irland. Über Jahrzehnte gelang es ihnen nicht auf der grünen Insel Fuß zu fassen, und so beschränkten sie sich auf blitzartige Überfälle auf die Küste. Erst 840 gelingt es Thurgeis sich einen Bürgerkrieg in Ulster zunutze zu machen und das religiöse und weltliche Zentrum Armagh im Norden der Insel zu erobern. Thurgeis errichtet ein skandinavisches Königreich in Nord und Ostirland. Als er sich jedoch zum König aller Iren ausrufen läßt, ist die irische Geduld überstrapaziert. Die Iren jagen Thurgeis vom Thron, nehmen ihn gefangen und ersäufen ihn. Wenige Zeit später erscheinen jedoch die Norweger in Irland und erobern Dublin. Damit ist ein makaberes dänisch - norwegisches Tauziehen um Irland eröffnet. 850 erreicht eine dänische Flotte Irland und erobert die norwegischen Befestigungen in Dublin. 853 sind wieder die Norweger am Zug, als der norwegische Königssohn Olaf seinerseits die Dänen aus Dublin jagt. Als er 871 in Norwegen in einer Schlacht fällt avanciert sein Bruder Ivar zum "Rex Nordmannorum totius Hiberniae et Britanniae", zum König aller Skandinavier in Irland, Nordengland und der Isle of Man. 902 nehmen die Iren unter dem König von Leinster Dublin ein, und beenden die skandinavische Herrschaft bis 921 als der Däne Sigtrygg die Stadt erobert. Erst 980 geht das Wikingerreich von Dublin in der Schlacht von Tara endgültig unter.



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