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Würfelspiele

Auszüge aus "Games of the Viking & Anglo-Saxen Age"

Würfel wurden meist aus Geweih gefertigt, aber auch Würfel aus Knochen, Walroßelfenbein und Pechkohle waren bekannt. Daß die schnell vergänglichen Materialien wie Holz und Horn auch benutzt wurden ist anzunehmen. Oftmals waren die Würfel rechteckig, die 1 und 2 an beiden Enden und die 3, 4, 5, 6 auf den langen Seiten.
Andere Typen mit moderner Form und Numerierung wurden auch gefunden. Jedoch betrug die Summe der gegenüberliegenden Seiten meistens nicht 7 (so wie bei den heutigen Würfeln). Ein kurioser Würfel wurde in Dublin gefunden. Er hat zwar die quadratische Form der meisten heutigen Würfel, jedoch war die Kombination der Zahlen 3, 4, 4, 5, 5, 6. Das erinnert an die gängigen Würfel, die bei Rollenspielen genutzt werden.

Die Spiele der Wikinger

Die Regeln für Würfelspiele sind nicht überliefert, aber die Annahme, daß einfache Spiele wie "wer hat den höchsten oder niedrigsten Wurf" oder Yatzee bzw. Kniffel gespielt wurden werden auch durch einige Sagen unterstützt. Der "lange Würfel" wurde oft in 2er- oder 3er-Sätzen gefunden, und hatte meist die Nummer 1 und 2 auf der Stirnseite, was vermuten lässt, daß diese Würfel für Spiele genutzt wurden, bei denen man niedrige Zahlen braucht, obwohl es ebenso naheliegt, daß sie für Tafl-Spiele benutzt wurden, da sie oft zusammen mit Tafl-Spielen gefunden wurden.
 

Brettspiele (Hnefatafl)

Auszüge aus "Games of the Viking & Anglo-Saxen Age"

Es gibt viele Funde von Brettspielen und Spielsteinen aus Skandinavien und von den Britischen Inseln. Die Spielsteine waren oftmals Halbkugeln, die meist aus Stein, Glasperlen, Knochen, Bernstein, Ton oder Pferdezähnen gefertigt waren. Die Kugel eines Pfannengelenkes war ein idealer Spielstein, da er nicht mehr bearbeitet werden musste. Um die Spielsteine zu unterscheiden wurden die Knochen eingefärbt. Die Steine waren unterschiedlichen Materials oder Farbe. Eine andere Art von Spielsteinen, die gefunden wurde, waren Scheiben, die aus einem Geweih herausgeschnitten wurden und oftmals mit Schnitzereien verziert waren. Das poröse Innere des Geweihschaftes wurde meistens entfernt. Das Wort tafl (Tisch) wurde benutzt um Brettspiele zu betiteln, die Spielsteine waren bekannt als toflur oder hunn. Alte Schriften aus dieser Zeit erzählen von vielen verschiedene Spielen, doch trotz der vielen Spielenamen die man kennt (brannatafl, halatafl, hnefatafl, hnotafl, hrædtafl, kvatrutafl, merels, skaktafl und tabula) gestaltet es sich als recht schwierig die genauen Spielregeln zu rekonstruieren. Wahrscheinlich variierten sie zudem auch von Region zu Region.
 
Hnefatafl
Dieses Spiel war wohl das bekannteste Brettspiel seinerzeit. Hnefatafl ist eine germanische Weiterentwicklung des römischen Spieles Latrunculi (Soldaten). Es ist ein taktisches Spiel, bei dem es darum geht mit einer gewissen Anzahl von "Leibwächtern" seinen König vor einem in der Anzahl der Spielsteine überlegenem Gegner zu beschützen.
Dieses Spiel wurde auf einem Spielbrett mit 7x7, 9x9, 11x11, 13x13, 15x15, oder 19x19 Feldern gespielt. Das mittlere Feld war meistens markiert.
Ein sehr aufwendig geschnitztes Spielbrett wurde in Gokstad / Norwegen gefunden. Dieses Spielbrett wurde von beiden Seiten benutzt; auf der Rückseite ist ein Mühlespiel eingeritzt. Auch diese Spielsteine waren halbkugelförmig.
Es wurden viele weitere Spielbretter aus Holz - auch außerhalb Europas - gefunden, welche aber meist in ihren Verzierungen sehr einfach gehalten waren.
Für Spielbretter mit 9x9 Feldern brauchte man 16 dunkle und 8 helle Spielsteine plus König. Spielbretter mit mehr Feldern benötigten entsprechend mehr Spielsteine.
Im späteren Mittelalter verdrängte dann das Schachspiel die Taflspiele. Hnefatafl überlebte jedoch in Wales und wurde in einem Manuskript im Jahr 1587 erwähnt. In diesem Manuskript wurde es als Talbwrdd bezeichnet und wurde auf einem Spielbrett mit 11x11 Feldern, 24 dunklen Spielsteinen und 12 hellen Spielsteinen plus König gespielt.
1732 entdeckte ein Schwede Namens Linnaeus während einer Reise durch Lappland ein Spiel, welches Tablut genannt wurde. Die Lappen nannten die Spielsteine Schweden und Muskowieten und spielte auf einem Brett mit 9x9 Feldern.

Die Spielregeln

Der "Königspieler" beginnt das Spiel. Er hat die Hälfte an Verteidigern, wie der Gegner Angreifer hat (6 Verteidiger / 12 Angreifer bei einem Spielbrett mit 7x7 Feldern; 8 / 16 bei 9x9 Feldern; 12 / 24 bei 11x11 und 13x13; 24 / 48 bei 19x19 - jeweils plus den König). Er gewinnt das Spiel, wenn er seinen König sicher in die Burg (eines der 4 Eckfelder des Spielbrettes) bringen kann. Bei einem Spiel mit 19x19 Feldern genügt es eines der äußeren Seitenfeldern zu erreichen. Der Gegner gewinnt das Spiel, wenn er den König festsetzen kann.
Alle Spielsteine dürfen sich wie die Türme beim Schachspiel nur horizontal oder vertikal bewegen, so weit man will, oder kann. Es dürfen keine Spielsteine übersprungen werden. Diagonale Spielzüge sind nicht erlaubt. Die Eckfelder und das mittlerste Spielfeld dürfen nur vom König betreten werden. Alle anderen Steine dürfen darüber hinwegziehen nicht aber darauf anhalten. Die Spielsteine sind gefangen, wenn sie in horizontaler oder vertikaler Anordnung von 2 Seiten festgesetzt worden sind (von zwei sich gegenüberliegenden Seiten / aber nicht diagonal). So ist es auch möglich mit einem Zug mehrere Spielsteine festzusetzen. Die gefangenen Spielsteine werden aus dem Spiel herausgenommen.
Wenn ein Spielstein zwischen zwei gegnerische Spielsteine gezogen wird, so gilt dieser Zug als "sicherer Zug". Das bedeutet, daß der Spielstein nicht festgesetzt wird und auch nicht aus dem Spiel genommen wird.
Den König festzusetzen ist etwas schwieriger als bei den übrigen Spielsteinen. Der König muß von allen 4 Seiten (horizontal und vertikal) festgesetzt werden. Wenn dies der Fall ist, hat der Angreifer gewonnen. Ist der König jedoch von 3 Seiten am Spielfeldrand festgesetzt, so ist das Spiel noch nicht beendet, es sei denn, der Verteidiger ("Königspieler") kann keinen anderen Spielstein mehr bewegen (unentschieden). Ebenso ist das Spiel beendet, wenn der König von 3 Seiten, und als 4. Seite das mittlere Feld, festgesetzt ist.
 
 

Brettspiele (Kvatrutafl)

Auszüge aus "Games of the Viking & Anglo-Saxen Age"

Es gibt viele Funde von Brettspielen und Spielsteinen aus Skandinavien und von den Britischen Inseln. Die Spielsteine waren oftmals Halbkugeln, die meist aus Stein, Glasperlen, Knochen, Bernstein, Ton oder Pferdezähnen gefertigt waren. Die Kugel eines Pfannengelenkes war ein idealer Spielstein, da er nicht mehr bearbeitet werden musste. Um die Spielsteine zu unterscheiden wurden die Knochen eingefärbt. Die Steine waren unterschiedlichen Materials oder Farbe. Eine andere Art von Spielsteinen, die gefunden wurde, waren Scheiben, die aus einem Geweih herausgeschnitten wurden und oftmals mit Schnitzereien verziert waren. Das poröse Innere des Geweihschaftes wurde meistens entfernt. Das Wort tafl (Tisch) wurde benutzt um Brettspiele zu betiteln, die Spielsteine waren bekannt als toflur oder hunn. Alte Schriften aus dieser Zeit erzählen von vielen verschiedene Spielen, doch trotz der vielen Spielenamen die man kennt (brannatafl, halatafl, hnefatafl, hnotafl, hrædtafl, kvatrutafl, merels, skaktafl und tabula) gestaltet es sich als recht schwierig die genauen Spielregeln zu rekonstruieren. Wahrscheinlich variierten sie zudem auch von Region zu Region.

Kvatrutafl

Dieses Spiel ist eine Weiterentwicklung des römischen Spiels duodecim scripta (heute wohl eher bekannt als Backgammon), welches zur Zeit der Römer in Deutschland und auch Skandinavien gespielt wurde. Dort war es unter dem Namen Kvatrutafl bekannt. Einige hölzerne Spiele sind aus der Heimat der germanischen Sachsen bekannt, metallene Spielfeldeinfassungen aus der Wikingerzeit wurden in Deutschland und Dänemark gefunden. Das einzig erhaltene britische Spielfeld dieses Spieles wurde in Gloucester gefunden und ins 11. Jahrhundert zurückdatiert.

Die Spielregeln

Die damaligen Spielregeln sind nicht überliefert. Die nun folgenden Regeln sind eine Möglichkeit dieses Spiel zu spielen:
Dazu werden 15 weiße und 15 schwarze Spielsteine und zwei Würfel benötigt. Alle Spielsteine liegen außerhalb des Spielfeldes. Der Spieler mit dem höchsten Wurf beginnt. Die Bewegungsrichtung der Steine ist aus eigener Sicht immer gegen den Uhrzeigersinn.
Der Beginner würfelt mit beiden Würfeln und setzt seine Steine entsprechend der Augenzahl in die entsprechenden Felder. Bsp.: Der Spieler würfelt eine 1 und eine 5. Einen Stein setzt er auf Feld 1 (von links unten) und den anderen auf Feld 5 (von links unten). Eine andere Möglichkeit ist, den ersten Stein auf Feld 1 zu setzten und ihn dann 5 Felder weiter nach rechts zu ziehen. Danach ist der andere Spieler an der Reihe. (Man darf sich aussuchen, ob man einen neuen Stein ins Spiel bringt, oder die anderen Steine weiterzieht.)
Jede Augenzahl der Würfel muß seperat gezogen werden können. Soll heißen, daß die Augenzahlen nicht addiert oder aufgeteilt werden dürfen. Kann ein Spieler nicht ziehen, da alle möglichen Felder besetzt sind und er auch keine weiteren Steine mehr ins Spiel einbringen kann, so verliert er diese Augenzahl und darf nur den zweiten Wurf nehmen. Ein Feld ist besetzt, wenn dort mindestens zwei gegnerische Spielsteine liegen.
Zieht der Spieler auf ein Feld welches nur von einem gegnerischen Stein belegt ist, so wird der gegnerische Stein vom Spielfeld genommen und muß wieder neu ins Spiel gebracht werden (würfeln und auf das entsprechende Feld setzen).
Würfelt man einen Pasch (2 Zweier, 2 Dreier etc.), so darf man insgesamt 4 x ziehen, bzw. 4 neue Steine ins Spiel bringen.

Um dieses Spiel zu gewinnen muß man als erster alle seine Spielsteine aus dem Spielfeld herausgezogen haben. Man darf seine Steine aber erst aus dem Spielfeld herausziehen, wenn alle eigenen Steine im Spielfeld sind. Wird also zwischenzeitlich ein eigener Stein vom Gegner herausgeworfen, so muß dieser zuerst wieder ins Spiel gebracht werden.
Die Steine werden herausgezogen, indem man bis über das letzte Feld (links oben) hinausspringt. Die restlichen Augen dieses Wurfs verfallen.
 
 

Brettspiele (Halatafl)

Mit Auszügen aus "Games of the Viking & Anglo-Saxen Age"

Es gibt viele Funde von Brettspielen und Spielsteinen aus Skandinavien und von den Britischen Inseln. Die Spielsteine waren oftmals Halbkugeln, die meist aus Stein, Glasperlen, Knochen, Bernstein, Ton oder Pferdezähnen gefertigt waren. Die Kugel eines Pfannengelenkes war ein idealer Spielstein, da er nicht mehr bearbeitet werden musste. Um die Spielsteine zu unterscheiden wurden die Knochen eingefärbt. Die Steine waren unterschiedlichen Materials oder Farbe. Eine andere Art von Spielsteinen, die gefunden wurde, waren Scheiben, die aus einem Geweih herausgeschnitten wurden und oftmals mit Schnitzereien verziert waren. Das poröse Innere des Geweihschaftes wurde meistens entfernt. Das Wort tafl (Tisch) wurde benutzt um Brettspiele zu betiteln, die Spielsteine waren bekannt als toflur oder hunn. Alte Schriften aus dieser Zeit erzählen von vielen verschiedene Spielen, doch trotz der vielen Spielenamen die man kennt (brannatafl, halatafl, hnefatafl, hnotafl, hrædtafl, kvatrutafl, merels, skaktafl und tabula) gestaltet es sich als recht schwierig die genauen Spielregeln zu rekonstruieren. Wahrscheinlich variierten sie zudem auch von Region zu Region.

Halatafl

Dieses Spiel erinnert an das heute bekannte Spiel Solitair. Bei diesem Spiel ist das Ziel jedoch nicht so viele Steine wie möglich zu überspringen und so wenig Spielsteine wie möglich am Ende übrig zu haben, sondern vielmehr den Fuchs gefangenzunehmen (bewegungsunfähig zu machen), bzw. so viele Schafe wie möglich zu fressen.
Dieses Spiel wird auf einem kreuzförmigen Spielfeld mit 13 Schafen und einem Fuchs gespielt.
 

Mit freundlicher Genehmigung von www.landvaettir.de

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